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06.11.2024
Wald trifft Kommune - 24.11.2024 Waldmünchen



Wald trifft Kommune, so lautete das Motto der Veranstaltung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberpfalz am Donnerstag 24.11.2024 in Waldmünchen.

Auf dem Lagerplatz in Schönthal, wo sich tausende von Quadratmeter Holz meterhoch stapeln, trafen sich Vertreter von Waldbesitzervereinigungen und Politiker. Holz als Energielieferant habe zu Unrecht ein schlechtes Image bei der Bundes- und Europapolitik, da waren sich alle Redner bei Ihren Vorträgen einig. Josef Liegl als Vorsitzender der FV Oberpfalz machte als erster Redner deutlich, dass das Ziel von solchen Lagerplätzen eine wirkungsvolle Verwendung der Biomasse Holz ermöglicht. Es sollte nicht wie 2019/2020 bei der Borkenkäferwelle soweit kommen, dass Hackschnitzel im Wald liegen und unverkäuflich sind. Das Holz setzt beim Verrotten im Wald CO2 frei, wie beim Verbrennen. Seit dem Ukrainekrieg, erklärt Josef Liegl, gäbe es ein Umdenken: „In dieser Zeit wollte jeder Hackschnitzel kaufen!“

Bei der Bundeswaldinventur wurde deutlich, dass genügend Holz vorhanden sei. Ein Vorrat von ca. einer Milliarde Festmeter Holz, würden allein in Bayern stehen, vor allem im Privatwald.

In Bayern wachsen etwa 25,7 Festmeter Holz. Verbraucht würden aber nur rund 86 Prozent. Damit macht Liegl deutlich: „Wir übernutzen den Wald nicht!“.

Martin Kiesl von der Regierung der Oberpfalz leitet den Bereich Wirtschaft und erklärte, dass Bayern bis 2040 klimaneutral sein wolle. Es sei noch ein weiter Weg, denn bisher würden nur 17 Prozent des Wärmebedarfs über Erneuerbare Energien erzeugt. Holz als Energielieferant spiele hier eine wichtige Rolle. Bund und EU sähen aber Holz wegen des bei der Verbrennung erzeugten CO2 als negativ.

Bayern betrachte aber die Gesamtbilanz und sieht Holz als nachhaltigen Energielieferanten.

Die kommunale Wärmeplanung sei eine Chance für die Energieerzeugung mit Holz, die kleinere Kommunen bis 2028 leisten müssen.

Landrat Löffler fand deutliche Worte bei seiner Ansprache: „Die Botschaft der EU und des Bundes, es sei schädlich, mit Holz zu heizen ist grotesk!“. Auch er betonte, dass der Wald nicht überbeansprucht wird und Holz einer der wenigen Rohstoffe sei, die wir haben. In den 70er Jahren erklärte Löffler, seien es 40 Prozent Waldfläche gewesen und heute 43 Prozent. Die Idee der deutschen Exportwirtschaft auf Grundlage von billigem Öl und Gas fortzusetzen, findet Landrat Löffler schwierig. Die Wirtschaft müsse sich auf regionale Kreisläufe konzentrieren. 33 Prozent Holzhäuser gebe es bereits im Landkreis und bei den gewerblichen Bauten seien 50 Prozent aus Holz.

In Lam, Bad Kötzting, Cham und Waldmünchen werde bereits Energieholz in den kommunalen Heizkraftwerken genutzt.

Der Wald im Landkreis sei zu 70 Prozent Privatwald und der durchschnittliche Privatwaldbesitzer habe drei Hektar, also sehr kleinstrukturiert.

Ludwig Friedl, Vorsitzender der Bayerischen Energieagenturen, sprach über die Holzenergie als Baustein der Wärmewende. Friedl sagte einführend: „Der Wald hat keinen guten Ruf und das muss geändert werden!“ Viele Firmen, die sich mit Erneuerbaren Energien beschäftigen, seien in Not und müssten die nächsten Jahre überstehen. Der Verkauf von Biomasse – Heizkesseln sei um 74 Prozent eingebrochen und der von Wärmepumpen um 54 Prozent. Im Vergleich dazu wurden 15 Prozent mehr Ölheizungen verkauft. Im ökonomischen Sinn sei das tragisch, meinte Friedl. In den nächsten 15 Jahren würden Ölheizungskäufer draufzahlen.

Solarvertreter hätten die Biomassenutzung schlecht geredet, sowie umgekehrt und so hätten sich die Lobbyisten von erneuerbaren Energien zum Teil gegenseitig behindert. Gut gearbeitet hätte dagegen die Lobby der fossilen Energien. Der CO2 Rechner des Umweltbundesamtes basiere auf einem Rechner von „Ökoaktivisten“. Die dort berechneten Ergebnisse sind „Fakenews“, so Friedl. Holz sei über 50 Prozent günstiger als Öl und Gas, dass müsse den Menschen gezeigt werden. Biomasse sei für die nächsten 20 Jahre eine „Brückentechnologie“, da durch den Waldumbau genügend Holz vorhanden sei. Den Waldumbau griff der Vertreter der TFZ (Technologie- und Förderzentrum) Simon Lesch auf. Durch Waldumbau und Schadholz durch Käfer, ging der Fichtenbestand auf 17 Prozent zurück. Lesch betonte, dass laut Bayernatlas im Bereich Schönthal über 1.000 Haushalte versorgt werden können.

Im Anschluss fand ein reger Austausch zwischen Waldbesitzern, Vertreter von Politik und Forschung bei Wildbratwürstl und Kraut auf dem sonnigen Lagerplatz in Schönthal statt.

Die Teilnehmer konnten sich dann zum Abschluss im Heizkraftwerk in Waldmünchen selbst ein Bild vom Energielieferanten Holz machen. Josef Liegl berichtete ausführlich über die Entstehung und Betreibung des Kraftwerks und beantwortete alle aufkommenden Fragen. 


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