28.01.2026
Forstwirtschaft im Rampenlicht am Berliner Funkturm

Foto: Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch, AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter und Georg Lindner, Präsident des Sächsischen Waldbesitzerverbandes auf der Bühne beim Abendempfang der Waldeigentümer, Bildquelle: AGDW/Sebastian Runge
Viel Prominenz aus Bundes- und Landespolitik beim Waldeigentümerempfang –
AGDW-Präsident Prof. Bitter: Forstpolitik mit Realitätssinn gestalten
Der Verband AGDW – Die Waldeigentümer hat mit seinem traditionellen Empfang zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin ein starkes Zeichen für die nachhaltige Zukunft von Wald und Forstwirtschaft gesetzt. Mehr als 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gesellschaft folgten am gestrigen Abend der Einladung ins Palais am Funkturm und machten den Waldeigentümerempfang erneut zum zentralen forstpolitischen Treffpunkt der Hauptstadt. Zu den prominenten Gästen gehörten Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, Sachsens Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch, zahlreiche weitere Landesministerinnen und -minister sowie Abgeordnete aus Bundestag, Landesparlamenten und Europaparlament. AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter wertete den starken Zuspruch als Vertrauensbeweis für die Arbeit der Waldbesitzenden, die durch nachhaltige Waldbewirtschaftung gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.
Der Empfang wurde in diesem Jahr vom Sächsischen Waldbesitzerverband mitausgerichtet. Dessen Vorsitzender Georg Lindner, ging auf die zentrale Rolle der privaten, kommunalen und kirchlichen Waldeigentümer zur Wahrung unserer Lebensgrundlagen ein. „Gelebte Tradition und Freiheit in der Eigentumsausübung liefern die Rahmenbedingungen für die Vielfalt der Ökosystemleistungen. Zu dieser Vielfalt gehört untrennbar die nachhaltige Holzproduktion mit ihren Wertschöpfungseffekten und ihrem maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz“, erklärte Lindner und appellierte: „Vertrauen wir unseren Waldbesitzern, dann hat der Wald Zukunft.“ Unterstützt wurden die Sächsischen Waldbesitzer vom Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) sowie dem Staatsbetrieb Sachsenforst, die sich beim Empfang auf einer Sonderfläche präsentierten.
Staatsminister von Breitenbuch: Fehlgerichtete Regularien reformieren
Sachsens Wälder erstrecken sich über die Ebenen im Norden des
Freistaats bis zu den Höhenlagen des Erzgebirges und das
Elbstandsteingebirge über knapp ein Drittel der Landesfläche. In ihnen
spiegele sich das kostbare forstliche Erbe der Nachhaltigkeit, wie
Staatsminister von Breitenbuch betonte. „Vom Begründer des
Nachhaltigkeitsbegriffs, Hans Carl von Carlowitz, über Heinrich Cotta
als Pionier der Forstwissenschaft bis in die Gegenwart steht diese
Tradition für Gestaltungswillen und für Verantwortungsbewusstsein
gegenüber kommenden Generationen“, unterstrich der Minister. Im Gegenzug
trage die Politik Verantwortung gegenüber den Waldbesitzerinnen und
Waldbesitzern. Es gelte, Rechtssetzung praxisgerecht zu gestalten und
fehlgerichtete Regularien wie sie mit der
EU-Wiederherstellungsverordnung drohten, zu reformieren.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer erklärte in seiner Ansprache: „Weil wir Bürokratieabbau nicht nur predigen, sondern praktizieren, haben wir uns mit Nachdruck und erfolgreich für die Vereinfachung der EUDR eingesetzt: Der Start wurde verschoben und die Belastung der Betriebe deutlich reduziert. Das Ziel des globalen Waldschutzes unterstütze ich ausdrücklich – aber praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig ohne überflüssige Auflagen für Länder ohne Entwaldungsprobleme wie Deutschland.“
Prof. Bitter: „Wir stehen ein für den Wald der Zukunft“
AGDW-Präsident Prof. Bitter würdigte in seiner Rede die bei der
EUDR erzielten Fortschritte und begrüßte den Willen maßgeblicher
politischer Akteure zu weiteren Anpassungen. „Angesichts der sichtbaren
Veränderungen in unseren Wäldern braucht es eine zukunftsfähige
Forstpolitik mit Realitätssinn, welche die offensichtlichen und sich
abzeichnenden Entwicklungen in den Wäldern klar im Blick hat“, so
Bitter. Forstpolitische Beschlüsse der Agrarminister, so zur
Wiederherstellungsverordnung, wiesen in die richtige Richtung. Auf dem
eingeschlagenen Pfad einer fach- und sachgerechten Forstpolitik sei
weiter voranzuschreiten, weg von immer neuen Auflagen, hin zu
Praxistauglichkeit und hinreichender Bewirtschaftungsfreiheit. „Wir
stehen ein für den Wald der Zukunft. Diesem Einsatz der Waldbesitzenden
gilt es politisch gerecht zu werden“, mahnte der AGDW-Präsident.
Quelle: AGDW
