Wie der Klimawandel sich auf unsere nachhaltige Waldbewirtschaftung auswirkt

Die Forstwirtschaft ist gefordert, den Wald mit seinen vielfältigen Funktionen für die Waldbesitzenden und die Gesellschaft zu erhalten. Bereits seit mehreren Jahrzehnten wird der Wald hin zu klimastabilen Mischwäldern aktiv umgebaut. Dabei wird beispielsweise die genetische und strukturelle Vielfalt des Waldes erhöht, was seine Anpassungsfähigkeit verbessert. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Rahmenbedingungen für das Waldwachstum durch den zunehmend dynamisch verlaufenden Klimawandel weiter verschärfen. Die Forstwissenschaft investiert deshalb in die Forschung zum Einsatz klimaresilienter Baumarten, die an das Klima heute und auch in 200 Jahren angepasst sein müssen. Dieser lange Zeitraum zeigt die Schwierigkeit der Prognose und macht deutlich, dass es kein Patentrezept bei der Lösung der Klimakrise für den Wald geben wird. Sie macht aber auch deutlich, dass es einer aktiven und nachhaltigen Waldbewirtschaftung bedarf, um den Wald weiter an den Klimawandel anzupassen. Insbesondere dort, wo wir unsere Waldbestände mit Baumarten stabilisieren, die aufgrund der Klimaveränderung wahrscheinlich erst in 100 bis 200 Jahren von Natur aus einwandern würden. Der immer schneller fortschreitende Klimawandel erfordert von den Waldbewirtschaftern diesen Prozess durch sogenannte assisted migration zu unterstützen.

Der Wald und seine Bewirtschaftung leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Eine Bestandsaufnahme des Thünen-Instituts ergab, dass der deutsche Wald die Atmosphäre um 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO₂) pro Jahr entlastet. Dies entspricht sieben Prozent der Emissionen in Deutschland. Rechnet man die Holzverwendung mit ein, erhöht sich die CO₂-Entlastung auf 14 Prozent (Wissenschaftlicher Beirat Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz und Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik beim BMEL 2016).

Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung gewährleistet durch die Holzernte, dass der Wald gepflegt, an den Klimawandel angepasst und der klimafreundliche Roh- und Baustoff Holz bereitgestellt wird. Weiterverarbeitet zu Holzprodukten und -werkstoffen speichert er über seine gesamte Lebensdauer hinweg Kohlenstoff. Zusätzlich können energieintensive Baustoffe wie Beton, Stahl, Alu und Kunststoffe ersetzt werden. Die energetische Nutzung von Holz ist besonders dann wirksam, wenn sie fossile Brennstoffe ersetzt oder am Ende der stofflichen Holznutzung steht. Die intelligente Verwendung von Holz hat ein großes Potential für eine biobasierte Wirtschaft. Sie ist beispielsweise eine wichtige Grundlage, um die Klimaneutralitätsziele zu erreichen, die unter anderem im Green Deal der Europäischen Union formuliert sind.

Die Klimaschutzbeiträge von nachhaltiger Waldwirtschaft und Holzverwendung gilt es stärker anzuerkennen, weil sie einen unersetzlichen Beitrag zur Erreichung der nationalen und internationalen Klimaschutzziele leisten. Deshalb ist es notwendig, die Bedeutung einer aktiven, nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Holzverwendung für den Klimaschutz und ihre positiven Effekte für die Gesellschaft verständlich zu kommunizieren.

Alle können einen Klimaschutzbeitrag leisten, indem sie ihren eigenen Lebensstil reflektieren und anpassen, die Waldwirtschaft unterstützen und Holz aus nachhaltigen Quellen beziehen.

Sophia Remler – Als Projektreferentin im Projektteam KliWaBe tätig. Das Projekt wird über den Waldklimafonds der Bundesregierung gefördert (Förderkennzeichen: 2218WK04A5). remler@dfwr.de – 030 319 04 573

BMEL - Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2020): Massive Schäden – Einsatz für die Wälder. Im Internet unter:

Wissenschaftlicher Beirat Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz und Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik beim BMEL (2016): Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen Ernährung und Holzverwendung. Gutachten. Berlin



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