Heißer Sommer hinterlässt Spuren am Wald

Der drittwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat Bayerns Wäldern zugesetzt. Das geht aus aktuellen Ergebnissen der Waldzustandserhebung in Bayern hervor, die Forstministerin Michaela Kaniber jetzt vorgelegt hat.
 
„Der Zustand der Waldbäume hat sich 2018 gegenüber dem Vorjahr bayernweit leicht verschlechtert“, so die Ministerin. Der mittlere Nadel- und Blattverlust aller Baumarten stieg im Vergleich zu 2017 von 20,7 auf 21,3 Prozent und erreicht damit das Niveau des heißen Sommers von 2015.
 
Experten gehen davon aus, dass sich die ganzen Auswirkungen des Trockensommers des vergangenen Jahres erst bei den diesjährigen Erhebungen zeigen werden.
Die extrem hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen bis in den November hinein haben dem Bericht zufolge zu lang andauerndem Trockenstress in Bayerns Wäldern geführt. Es gibt aber regionale Unterschiede.
 
 
Bild: Mitarbeiter der LWF erfasst den Gesundheitszustand der Bäume [Quelle: LWF]
 
So tragen die Bäume in Nordbayern, das von der Trockenheit stärker betroffen war, deutlich weniger Laub und Nadeln als die in Südbayern. Überall haben die Bäume 2018 erheblich stärker Früchte ausgebildet als im Jahr zuvor, was ein Zeichen dafür ist, dass sie unter Umweltstress stehen.
 
Um den Waldzustand langfristig zu verbessern, kommt es laut Kaniber darauf an, noch mehr Wälder an den Klimawandel anzupassen: „Wir brauchen stabile und widerstandsfähige Mischwälder, um die Risiken von Witterungseinflüssen, Stürmen oder Insektenbefall möglichst gering zu halten.“ Durch staatliche Förderung wurden seit 2008 allein im Kommunal- und Privatwald 67 000 Hektar in stabile Mischwälder umgebaut. Künftig sollen jedes Jahr weitere 10 000 Hektar hinzukommen.
 
Sorge macht nach Aussage der Ministerin vor allem der Zustand der Eschen: Ein Großteil der untersuchten Bäume leidet am Eschentriebsterben, einer vor allem bei jungen Bäumen oft tödlich verlaufenden Krankheit. Als Hauptverursacher gilt ein aus Asien stammender Pilz. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und das Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht forschen bereits intensiv daran, wie sich Befall und Ausbreitung wirksam eindämmen lassen.
 
Die Daten zum Waldzustand in Bayern basieren auf einer jährlichen Erhebung durch speziell geschulte Försterinnen und Förster. Sie haben im vergangenen Sommer an landesweit 314 Inventurpunkten rund 11 500 Waldbäume begutachtet. Die jährliche systematische Untersuchung der Baumkronen gibt es im Freistaat seit 1983. Die detaillierten Ergebnisse der diesjährigen Erhebung finden sich im Internet unter www.stmelf.bayern.de/wald/waldschutz/waldzustand/.
 

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