Aktuelles header

28.01.2026
Verbände starten gemeinsame Kampagne zur Wiederherstellungsverordnung

Foto: AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter, DFWR-Präsident Christian Haase, Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst Max von Elverfeldt.Bildquelle Foto: AGDW/Runge

Land- und Forstwirtschaft appelliert an die Bundesregierung: Sichere Versorgung, stabile Preise und Klimaschutz in Gefahr

Mit der Kampagne #LandschafftZukunft! warnt die Land- und Forstwirtschaft vor den massiven Folgen der EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) für die Ernährungssicherung und den Aufbau klimaresilienter Wälder in Deutschland. Sollte das in Brüssel auf den Weg gebrachte und europaweit umstrittene Regelwerk nicht grundlegend überarbeitet werden, drohen weitreichende Eingriffe und massive Folgen für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wald, Acker und Grünland. Die Konsequenz der Verordnung sind faktische Flächenstilllegungen, praxisferne Auflagen, ein weiterer Aufwuchs an Bürokratie und steigende Preise für Verbraucher.  Der Verband AGDW – Die Waldeigentümer und die Familienbetriebe Land und Forst fordern die Bundesregierung mit Blick auf den Erhalt einer zukunftsfähigen Bewirtschaftung deshalb auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einzuhalten und sich entschieden für praxisnahe Lösungen einzusetzen.

AGDW-Präsident Prof. Dr. Andreas Bitter erklärt: „Die Wiederherstellungsverordnung geht von einem verfehlten Ansatz aus. Ohne den Klimawandel und die die dynamischen klimatischen Veränderungen der Standorte hinreichend zu berücksichtigen, wird ein Zurück zu historischen Lebensräumen verordnet, das Erfahrungswerte und forstwissenschaftliche Erkenntnisse ausblendet.“ In der Praxis werde dadurch nachhaltige Bewirtschaftung mit unkalkulierbaren ökonomischen und ökologischen Folgen eingeschränkt und der dringend notwendige Aufbau klimaresilienter Wälder gefährdet. „Mit unserer Kampagne #LandschafftZukunft! wollen wir deutlich machen, welch unverzichtbaren Beitrag der ländliche Raum für die Zukunft unseres Landes leistet. Damit das so bleiben kann, braucht es Gestaltungsspielraum und Vertrauen in die Praxis, kein verordnetes Land von gestern“, so Bitter.

 

Max von Elverfeldt, Bundesvorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst: „Während in Brüssel und Berlin über Bürokratieabbau gesprochen wird, entsteht ein neues, unkontrollierbares Bürokratiemonster. Die Wiederherstellungsverordnung entzieht der Land- und Forstwirtschaft nicht nur Flächen, sie gefährdet dadurch auch die sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln sowie Rohstoffen und die damit verbundene geopolitische Unabhängigkeit. Die geplanten Eingriffe wirken sich nicht nur auf die Betriebe, sondern am Ende auch auf die Preise für die Verbraucher aus. Wir teilen den Grundsatz des Green Deal für Klima- und Artenschutz, aber die W-VO ist dafür der falsche Weg. Deshalb sagen wir: No Deal!“. Seine Forderung: „Die Bundesregierung hat versprochen, sich für praxisnahe Lösungen einzusetzen. Jetzt muss sie zeigen, ob sie Wort hält.“

Deutliche Kritik an der Wiederherstellungsverordnung kam zuletzt nicht nur auf europäischer Ebene auf. Elf Bundesländer monierten auf der Agrarministerkonferenz im Herbst 2025 unter anderem die „fehlende finanzielle Ausstattung, nicht leistbare Zeitvorgaben, die unnötige Verbesserung von Schutzgütern in bereits günstigem Zustand, Bürokratielasten“ und „kontraproduktive Folgen für Klimaanpassungsmaßnahmen im Wald“. Die Kampagne #LandschafftZukunft! klärt über die weitreichenden Folgen sowie Regulierungsbestrebungen im Zuge der W-VO auf und sendet die klare Botschaft, dass die Verordnung in der aktuell vorliegenden Form inakzeptabel ist und grundlegend überarbeitet werden muss.

Der Kampagnen-Claim #LandschafftZukunft! zeigt dafür anhand von Beispielen aus der Praxis und Video-Clips, was die Betriebe und die Menschen im ländlichen Raum tagtäglich durch ihre Expertise und ihr Engagement schaffen. Die Verbände sprechen sich dafür aus, Bewirtschaftung und den Schutz von Klima und Umwelt verantwortungsbewusst zu vereinen. Dafür braucht es Gestaltungsspielraum und Pragmatismus, keine weiteren Paragraphen und keine praxisferne, bürokratische Verordnung. In Anlehnung an den Green Deal als Ursprung der Wiederherstellungsverordnung und mit dem gesenkten Daumen als Kampagnen-Geste sagt die Land- und Forstwirtschaft: NO DEAL zur W-VO.

Quelle: AGDW

05.03.2026
Waldvielfalt in Zahlen - Forschungsprojekt macht Biodiversität vergleichbar
Wie lässt sich biologische Vielfalt im Wald objektiv messen? Mit dem neuen...
27.02.2026
Platz schaffen für die Zukunft - Warum Durchforstungen Wälder stabiler machen
Wie viel Platz brauchen Bäume, um stabil zu wachsen? Und welchen Beitrag...
28.01.2026
Forstwirtschaft im Rampenlicht am Berliner Funkturm
Foto: Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch, AGDW-Präsident Prof....
12.01.2026
EU-Kommission steht für weitere Verbesserungen in der Pflicht
Waldeigentümer begrüßen EUDR-Votum des EuropaparlamentsDas...
01.01.2026
Weihnachtsgeschenk der FVO von Hand gefertigt
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksverbands Mittelfranken...
22.12.2025
DGUV Regeln Waldarbeiten
DGUV 114-018 Regel Waldarbeiten 2025-10.pdf
22.12.2025
LULUCF Klimaschutzziele
flyer_kohlenstoff_schlussfolgerungen.pdf
09.12.2025
Brand - Aktuelles zur EUDR
(Quelle: IK Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse) Der Trilog...
09.12.2025
Neuer Werbespot auf Antenne Bayern
Stärkung der forstlichen Zusammenschlüsse Seit einer Woche läuft...
04.12.2025
Buchenholz als nachhaltige Werkstoff-Alternative für den Fahrzeugbau
Mit Stoff bezogene PKW-Mittelarmlehne aus Holz. Bild: VW/Daniel...