Informationstag für Waldbäuerinnen und Waldbesitzerinnen

Waldbesitz ist immer häufiger in Frauenhand. Gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft sowie dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg organisierte die Forstwirtschaftliche Vereinigung Oberpfalz einen Informationstag speziell für Waldbäuerinnen und Waldbesitzerinnen im Landkreis Regensburg.
 
Grußworte
In Zusammenarbeit mit der SVLFG, der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberpfalz und dem AELF Regensburg begrüßte Bezirksbäuerin Rita Blümel am Freitag  rund 50 Teilnehmerinnen in Lappersdorf-Hainsacker. Landrätin Tanja Schweiger appellierte: "Frauen mischt Euch ein!" und wies auf die bedeutende Stellung derer in Familie und Betrieb hin. Als die "grüne Lunge" in unserem Land, sieht Waldkönigin  Johanna Hierl den Wald. Der Privatbesitz leiste einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag  hinsichtlich Trinkwasser- und Hochwasserschutz sowie als Erholungsraum.
 
Partner vor Ort
Die Forstwirtschaftliche Vereinigung der Oberpfalz als Dachorganisation sowie die örtlichen Waldbesitzervereinigungen unterstützen und beraten bei Fragen rund um den Privatwald. Erstere kümmert  sich auch um Rahmenverträge mit der Abnehmerseite.
 
Martina Möhl, Geschäftsführerin erläuterte: "Pro Sekunde wächst in Bayern ein Festmeter Holz, in 10 Minuten etwa 25 LKW-Ladungen. Leider wird aber nur die Hälfte davon genutzt!" Josef Liegl  empfiehlt eine marktunabhängige Bewirtschaftung des Privatwaldes. Die Dienstleistungsangebote der Waldbauernvereinigung  vor Ort zeigte Michael Frank, Geschäftsführer der WBV Pielenhofen auf.
 
 
 
 
 
 
Waldschutzsituation
Dr. Ralf Petercord, LWF Weihenstephan beleuchtete die künftigen klimatischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf den Wald.  "Die Temperatur nimmt zu, die Niederschläge nehmen ab, die Extreme werden extremer", so der Spezialist.  Es gebe auch keine Baumart ohne Risiko. Petercord erläuterte zudem wie sich der Borkenkäfer und andere Schädlinge  in den letzten Jahren entwickelt haben und gab einen Ausblick in die Zukunft.
 
 
 
 
Zukunftsfähiger Wald
Erwin Engeßer, Bereichsleiter Forsten AELF Regensburg riet dazu, den Wald gezielt umzubauen. Die Fichtenbestände sollten zu ertragreichen Zukunftswäldern mit 3 - 5 Hauptbaumarten werden. Ein Mix aus Nadel- und Laubbäumen. "Wer streut, rutscht nicht", so sein Credo an die Frauen.
 
 
 
 

Sicherheit im Wald
Stefan Adelsberger von der SVLF berichtete von 25 tödlichen Waldunfällen in diesem Jahr. Vor allem alte Männer seien gefährdet.  Sein Tipp: Für Senioren stellt die Waldarbeit mit der Motorsäge aufgrund der geringer werden Reaktionsfähigkeit im Alter eine erhöhte Gefährdung dar. Sinnvoller ist, ihr langjähriges Waldwissen für andere Arbeiten wie z.B. Pflege, oder Auszeichnen… zu nutzen.

Außerdem erläuterte er die Gefahren und -bereiche bei der Baumfällung und favorisiert die maschinelle Holzernte.
 
 

Waldbegang
Der Nachmittag führte die Teilnehmerinnen in den nahegelegenen Spitalwald. Ein Harvester demonstrierte  dort die maschinelle Holzernte. Mitarbeiter der SVLF führten eine sichere, motormanuelle Holzaufarbeitung vor.  Relevante Themen wie Sicherheit bei der Waldarbeit,  Borkenkäfer, Jagd, Waldumbau und Waldbewirtschaftung wurden anhand örtlicher Beispiele  besprochen. Zum Ausklang eines rundum gelungenen Tages gab es für alle Beteiligten Glühwein und Stollen.
 
 
 




 
Bericht von Beate Stadler-Weikl
 

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